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"Diversität ist mehr als nur ein Aufkleber an der Eingangstür" – Brix Schaumburg und die längste Pride Deutschlands

27.05.2021 12:14

20 Städte in 29 Tagen – und das auf dem Fahrrad. Unter dem Motto "Que(e)r durchs Land" hat der erste offiziell geoutete transgender Schauspieler Deutschlands Brix Schaumburg die längste Pride des Landes ins Leben gerufen, um mehr Sichtbarkeit für die LGBTQI+ Community zu schaffen und Spenden zu sammeln.

Seit dem 22. Mai fährt er mit dem Fahrrad que(e)r durch Deutschland. Von München bis nach Flensburg wird Brix etwa 2500 km mit dem Fahrrad zurücklegen und während seiner Tour zahlreiche Menschen aus der Politik und den Medien treffen.

Wir haben ihn bei seiner 3. Station in Stuttgart getroffen und ihn unter anderem zu seinen Beweggründen dieser Pride gefragt. Zudem hat er erklärt, was jeder Einzelne tun kann, um auf das Thema aufmerksam zu machen.

Du sagtest, ein Facebook-Post hätte Dich auf die Idee einer Pride mit dem Fahrrad gebracht. Als Du diesen Beitrag gelesen hast, was ist Dir durch den Kopf gegangen?

Ich habe einige sehr deprimierende und suizidgefährdende Kommentare gelesen. Seit der Corona-Pandemie fallen die Therapiesitzungen aus. Stammtische und alle queeren Einrichtungen sind seit Anfang der Pandemie geschlossen. OPs auf die man Jahre hin fiebert, wurden auf unbekannte Zeit verschoben. Das war für viele ein Genickbruch. Ich wusste, ich muss irgendetwas machen. Schnell kam die Idee, in verschiedene Städte zu fahren und dort Treffen zu arrangieren. Als mich dann auch noch Tessa Ganserer (Deutschlands erste Abgeordnete, die sich öffentlich als transidente Frau geoutet hat, Anm. d. Red.) begleiten wollte, kam das Ganze ins Rollen.

Was versprichst Du Dir von der "Que(e)r durchs Land" Pride?

Ich erwarte oft gar nichts im Leben und lasse mich immer überraschen. Allein nach diesen drei Stationen von insgesamt 20, wurde ich schon so positiv umgehauen. Manche möchten mir einfach „Hallo“ sagen, manche bieten mir einen Schlafplatz an. Manche wiederum organisieren ganz spontan eine Demo. Ich habe bisher schon so tolle Menschen kennen lernen dürfen. Das ist der Wahnsinn.

Was würdest du denjenigen raten, die der LGBTQI+ Community angehören, aber noch nicht den Mut gefasst haben, sich zu outen?

Such Dir die richtige Community – so schwer sich das auch anhört. Wenn es nicht Deine Familie ist, die Dich so akzeptiert wie Du bist, dann gehe für eine gewisse Zeit Deinen eigenen Weg. Das bedeutet nicht, dass man sich nie wieder sehen wird. Aber sein Glück findet man nur bei sich selbst. Auch ich musste dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, zehn Jahre lang den Rücken kehren. Sucht Euch Eure eigene Familie.

Was kann jede/r Einzelne tun, um auf das Thema aufmerksam zu machen?

Akzeptiert Euer Gegenüber. Wenn Ihr merkt, dass jemand vielleicht ein bisschen Guidance und Hilfe braucht, kann man seine Unterstützung anbieten. Auch wenn man von gewissen Themen noch keine Ahnung hat, sagt: "Wenn Du mich brauchst, ich bin da. Wenn Du Dich nicht traust, ich gehe den Weg mit Dir." Wir sollten uns so gut es geht bemühen, es richtig zu machen.

Was können Unternehmen anders bzw. besser machen?

Ich habe vor meiner "Que(e)r durchs Land" Pride vielen Unternehmen mit einem sehr provokanten Satz mein Portfolio und eine Pressemitteilung zugesendet: "Diversität ist mehr als nur ein Aufkleber an der Eingangstür." Viele Firmen halten zwar eine Regenbogenflagge hoch, jedoch habe ich noch nie gemerkt, dass diese Unternehmen sich auch engagieren. Setzt Euch mehr ein. Überlegt Euch Kampagnen. Den größten Spirit habe ich von Firmen erlebt, die nur wenig Kapital haben. Und diese haben alles Mögliche möglich gemacht. Es geht nicht nur um reine Geldspenden.

Welche Fragen machen Dich wütend oder traurig?

Meistens sind es gar nicht die Fragen, sondern die Formulierungen und die Wortwahl. Viele fragen mich: "Wolltest Du schon immer eine andere Geschlechtsidentität haben oder eine bestimmte Sexualität ausleben?" Ich glaube, dass keiner das "wollte". Es ist einfach so. Oft sind auch die OP-Fragen sehr unhöflich formuliert. Ich musste mir schon alles Mögliche anhören.

Du bist letztes Jahr Vater einer Tochter geworden. Was möchtest Du ihr und der 2020er Generation mit auf den Weg geben?

Einfach die Kinder machen lassen und sie stärken.

Was würdest Du dem früheren Brix raten?

Don‘t give a fuck. (lacht)

Wer ist Dein Vorbild und auf was bist Du besonders stolz?

Ich kann endlich sagen, dass ich sehr stolz auf mich bin. Das hat sehr lange gedauert. Mein größtes Vorbild in meiner Transitionsphase war Jessie J. Zudem meine Mama und viele andere starke Frauen. Diese haben sich schon in der Zeit, wo man nicht viel durfte, durchgeboxt. Das war nämlich wirklich eine Kunst.

Der Zuckerbäcker steht für mehr Freude im Alltag, für mehr Lachen und für mehr Freundlichkeit. Was bereitet Dir Freude?

Meine Tochter. Und, dass ich seit 2019 in der Community richtig angekommen bin. Zudem liebe ich es, in allen möglichen Facetten meines Ichs aufzutreten. Das hätte ich mich früher nicht getraut. Und ich lache sehr gerne.

Diese Frage "müssen" wir Dir als Süßigkeiten-Onlineshop natürlich stellen: Was ist Deine Lieblingssüßigkeit?

Schon als kleines Kind mochte ich alles von Red Band. Die Einhörner von Katjes finde ich auch super. Meine Frau Alina liebt alles was sauer ist. Wir haben immer eine gute Kombi zu Hause.

            

Auch Der Zuckerbäcker hat sich überlegt, wie wir Brix und seine tolle Aktion unterstützen können. Zusammen wollen wir ein Statement für Toleranz, Respekt und Wertschätzung setzen. Deshalb werden 20 % der Erlöse aller verkauften "Love is Love Regenbogen-Süßigkeitengläser" an seine Spendenaktion gehen. Aufgeteilt werden die Einnahmen dann an Organisationen, wie Trans Recht e.V., der ISD Bund e.V (Black LGBTIQIA*) oder die 4Be TransSuchtHilfe. Diese setzen sich für die Bedürfnisse und Interessen der queeren Community ein. Bislang fehlt hier die staatliche Unterstützung, sodass Spenden dort nicht nur richtig, sondern vor allem wichtig adressiert sind.